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Ratgeber

Mitarbeitergeschenke steuerfrei: welche Grenze wann gilt

Ob ein Geschenk an Mitarbeitende steuerfrei bleibt, hängt vom Anlass ab, vom Wert und davon, was die Person im selben Monat sonst noch bekommt. Diese Übersicht zeigt die Grenzen, die 2026 gelten, mit Rechtsgrundlage. Sie ist eine allgemeine Information und ersetzt keine Steuerberatung.

Stand: 6. Oktober 2026 · Redaktion veredel · 9 Min. Lesezeit

Ein Personalleiter und eine Lohnbuchhalterin besprechen am Tisch eine Aufstellung, zwischen ihnen stehen eine Geschenkbox mit Tasse und ein Taschenrechner.
KI-generiertes Bild

Kurz gesagt

Zu persönlichen Anlässen wie Geburtstag oder Hochzeit bleiben Sachgeschenke bis 60 Euro steuerfrei. Für alle anderen Sachgeschenke, auch zu Weihnachten, gilt die Freigrenze von 50 Euro im Monat. Auf einer Betriebsveranstaltung, die allen Mitarbeitenden offensteht, zählen Geschenke bis 60 Euro zum Freibetrag von 110 Euro je Person. Was darüber liegt, kann das Unternehmen mit 30 Prozent pauschal versteuern, zahlt für eigene Mitarbeitende aber Sozialversicherungsbeiträge. Geldgeschenke sind immer Arbeitslohn.

Die Grenzen auf einen Blick

AnlassGrenzeArt der GrenzeRechtsgrundlage
Geburtstag, Hochzeit, Geburt eines Kindes, bestandene Prüfung60 Euro brutto je Anlass, nur SachgeschenkeFreigrenzeR 19.6 Abs. 1 LStR
Weihnachten, Ostern, Dankeschön, Willkommensgeschenk50 Euro brutto je Monat, alle Sachbezüge zusammenFreigrenze§ 8 Abs. 2 Satz 11 EStG
Geschenk auf der Weihnachtsfeier oder einem BetriebsfestGeschenke bis 60 Euro zählen zu den Kosten der Feier, 110 Euro je Person und Veranstaltung, höchstens zwei im Jahr, nur wenn die Feier allen Mitarbeitenden des Betriebs oder eines Betriebsteils offenstehtFreibetrag§ 19 Abs. 1 Satz 1 Nr. 1a EStG
Empfang zum runden Dienstjubiläum, zum Einstand oder zum Abschied einer Person110 Euro je teilnehmender Person einschließlich Geschenken bis 60 EuroFreigrenzeR 19.3 Abs. 2 Nr. 3 LStR
Typische Berufskleidungkeine BetragsgrenzeSteuerbefreiung§ 3 Nr. 31 EStG, R 3.31 LStR
Alles darüber, nur Sachgeschenke30 Prozent Pauschalsteuer plus Solidaritätszuschlag und Kirchensteuer, bis 10.000 Euro je Person und JahrPauschalierung§ 37b Abs. 2 EStG

Freigrenze und Freibetrag: der Unterschied, der Geld kostet

Bei einer Freigrenze ist alles steuerfrei, solange die Grenze nicht überschritten wird. Ein Cent darüber, und der ganze Betrag ist steuer- und sozialversicherungspflichtig. Ein Geschenk für 50,01 Euro kostet also Lohnsteuer auf 50,01 Euro, nicht auf einen Cent.

Bei einem Freibetrag ist nur der Teil über der Grenze steuerpflichtig. Das gilt für Betriebsveranstaltungen: Kostet die Weihnachtsfeier je Person 130 Euro, sind 20 Euro zu versteuern.

Persönliche Anlässe: 60 Euro

Sachgeschenke zu einem besonderen persönlichen Ereignis der Mitarbeiterin oder des Mitarbeiters oder eines Angehörigen im selben Haushalt sind bis 60 Euro brutto kein Arbeitslohn. Dazu zählen Geburtstag, Hochzeit, die Geburt eines Kindes oder eine bestandene Prüfung, auch eine berufliche wie die Abschlussprüfung (H 19.6 LStH). Die Grenze gilt je Anlass, nicht je Monat, und neben der 50-Euro-Freigrenze. Geld oder Gutscheine mit Geldcharakter fallen nicht darunter.

Weihnachten und ein Firmenjubiläum sind nach herrschender Auffassung keine persönlichen Ereignisse der einzelnen Person. Für sie gilt die 50-Euro-Freigrenze. Was das für die Planung im Dezember heißt, steht im Ratgeber Weihnachtsgeschenke für Mitarbeitende.

Der Sachbezug: 50 Euro im Monat

Sachgeschenke, die nicht an einen persönlichen Anlass gebunden sind, bleiben bis 50 Euro brutto im Kalendermonat steuer- und sozialversicherungsfrei. Drei Punkte entscheiden:

  • Alle Sachbezüge zählen zusammen. Bekommt jemand im Dezember schon einen Tankgutschein über 50 Euro, ist die Grenze ausgeschöpft.
  • Kein Übertrag. Was im November nicht genutzt wurde, verfällt.
  • Gutscheine nur mit Bedingungen. Ein Gutschein zählt als Sachbezug, wenn er die Voraussetzungen des Zahlungsdiensteaufsichtsgesetzes erfüllt (§ 8 Abs. 1 Satz 3 EStG), etwa nur bei einem Händler oder in einem begrenzten Netz einlösbar ist, und zusätzlich zum ohnehin geschuldeten Lohn gegeben wird.

Bewertet wird mit dem üblichen Endpreis. Für Artikel, die es nicht im Handel gibt, etwa ein Hoodie mit Ihrem Logo, kann der Arbeitgeber nach R 8.1 Abs. 2 LStR seine Kosten einschließlich Umsatzsteuer und aller Nebenkosten ansetzen. Veredelung und Versand zählen dann mit.

Geschenke auf der Weihnachtsfeier: 110 Euro

Für bis zu zwei Betriebsveranstaltungen im Jahr gilt ein Freibetrag von 110 Euro je teilnehmender Person, einschließlich Umsatzsteuer und aller Kosten der Feier. Voraussetzung ist, dass die Feier allen Mitarbeitenden des Betriebs oder eines Betriebsteils offensteht (§ 19 Abs. 1 Satz 1 Nr. 1a EStG). Geschenke bis 60 Euro, die auf der Feier überreicht werden, zählen zu diesen Kosten. Begleitpersonen werden der eingeladenen Person zugerechnet.

Seit dem 1. Januar 2026 lässt sich ein Betrag über 110 Euro nur dann pauschal mit 25 Prozent versteuern, wenn die Veranstaltung allen Mitarbeitenden des Betriebs oder eines Betriebsteils offensteht (§ 40 Abs. 2 Satz 1 Nr. 2 EStG in der Fassung des Steueränderungsgesetzes 2025). Der pauschal versteuerte Teil ist sozialversicherungsfrei, wenn das Unternehmen ihn mit der Lohnabrechnung für denselben Zeitraum pauschal versteuert (§ 1 Abs. 1 SvEV). Ein Geldgeschenk auf der Feier lässt sich nicht pauschal versteuern.

Für Kleidung mit Logo gibt es keine eigene Freigrenze. Es kommt darauf an, ob sie privat getragen werden kann:

KleidungSteuerlich
Schutzkleidung, Uniform, Kleidung mit dauerhaft angebrachtem Firmenlogo, deren private Nutzung so gut wie ausgeschlossen isttypische Berufskleidung, steuerfrei nach § 3 Nr. 31 EStG
Einheitliche Kleidung, die während der Arbeit getragen werden muss, etwa am Messestandkein Arbeitslohn, wenn das betriebliche Interesse im Vordergrund steht (H 19.3 LStH)
Hoodie, T-Shirt oder Jacke mit kleinem Logo, die auch privat getragen wirdSachbezug: bis 50 Euro im Monat frei, sonst steuerpflichtig oder pauschal nach § 37b EStG
Hochwertige Kleidung, die privat getragen werden kannArbeitslohn, soweit keine typische Berufskleidung

Ein kleines Logo allein macht aus einem Pullover keine Berufskleidung. Der Bundesfinanzhof stellt darauf ab, ob eine private Nutzung im Rahmen des Möglichen und Üblichen liegt.

Willkommensgeschenke für neue Mitarbeitende

Für Onboarding-Boxen gibt es keine eigene Regel. Arbeitsmittel, die Sie zur beruflichen Nutzung überlassen, etwa Laptop oder Headset, sind kein Arbeitslohn (R 19.3 Abs. 2 Nr. 1 LStR). Typische Berufskleidung ist steuerfrei. Für den Rest gilt die 50-Euro-Freigrenze im Monat des Eintritts oder die Pauschalsteuer.

Pauschal versteuern: 30 Prozent

Liegt ein Geschenk über den Grenzen, kann das Unternehmen die Lohnsteuer mit 30 Prozent pauschal übernehmen, dazu Solidaritätszuschlag und gegebenenfalls Kirchensteuer (§ 37b Abs. 2 EStG). Das gilt nur für Sachgeschenke, die zusätzlich zum ohnehin geschuldeten Lohn gegeben werden, und bis 10.000 Euro je Person und Jahr. Ein einzelnes Geschenk über 10.000 Euro lässt sich nicht pauschal versteuern. Die Wahl gilt einheitlich für alle Sachzuwendungen an Mitarbeitende im Kalenderjahr, und die Beschenkten sind darüber zu informieren. Für eigene Mitarbeitende bleiben Sozialversicherungsbeiträge fällig.

Geschenke an Kunden sind ein anderes Thema

Für Geschenke an Geschäftsfreunde gilt eine eigene Grenze: Sie sind bis 50 Euro je Empfänger und Jahr als Betriebsausgabe abziehbar (§ 4 Abs. 5 Satz 1 Nr. 1 EStG). Mehr dazu im Ratgeber Kundengeschenke.

Mitarbeitergeschenke für viele Standorte

Steuerlich übersichtlich bleibt es, wenn jede Person dasselbe Geschenk im selben Monat bekommt und der Wert klar dokumentiert ist. In veredel legen Sie Geschenke mit Ihrem Händler als Produkte zu festen Preisen an. Jeder Standort bestellt für sein Team, und die Zentrale sieht und exportiert alle Bestellungen. So lässt sich für die Lohnbuchhaltung nachvollziehen, wer wann was bekommen hat.

Häufige Fragen

Wie viel darf ein Geschenk an Mitarbeitende steuerfrei kosten?
Zu persönlichen Anlässen wie Geburtstag oder Hochzeit 60 Euro brutto als Sachgeschenk. Sonst 50 Euro brutto im Monat für alle Sachbezüge zusammen. Auf einer Betriebsveranstaltung, die allen Mitarbeitenden offensteht, zählen Geschenke bis 60 Euro zum Freibetrag von 110 Euro je Person.
Was passiert bei einem Geschenk über 60 Euro?
Dann ist der volle Betrag Arbeitslohn, nicht nur der Teil über 60 Euro. Die 50-Euro-Freigrenze hilft nicht, weil das Geschenk darüber liegt. Die Person versteuert das Geschenk mit dem Lohn, oder das Unternehmen versteuert es pauschal mit 30 Prozent.
Gilt die 50-Euro-Grenze im Jahr oder im Monat?
Im Monat. Nicht genutzte Beträge lassen sich nicht in den nächsten Monat übertragen.
Sind Gutscheine steuerfrei?
Nur wenn sie als Sachbezug gelten: einlösbar bei einem begrenzten Kreis von Händlern oder für eine begrenzte Produktpalette und zusätzlich zum Lohn gegeben. Dann zählen sie zur 50-Euro-Grenze. Geld und frei verwendbare Geldkarten sind nie steuerfrei.
Ist Firmenkleidung mit Logo steuerfrei?
Nur wenn sie typische Berufskleidung ist, also privat so gut wie nicht getragen werden kann. Ein Hoodie mit kleinem Logo ist meist ein Sachbezug und zählt zur 50-Euro-Grenze.
Muss auf pauschal versteuerte Geschenke Sozialversicherung gezahlt werden?
Für eigene Mitarbeitende ja. Beitragsfrei sind pauschal versteuerte Sachzuwendungen nach § 37b EStG nur an Beschäftigte anderer, nicht verbundener Unternehmen (§ 1 Abs. 1 Satz 1 Nr. 14 SvEV).

Quellen

Diese Seite ist eine allgemeine Information und ersetzt keine Steuerberatung. Die Angaben entsprechen dem Stand vom 6. Oktober 2026. Geprüft gegen Einkommensteuergesetz, Lohnsteuer-Richtlinien und BMF-Schreiben, einschließlich der Änderung von § 40 Abs. 2 EStG zum 1. Januar 2026. Der Entwurf des Jahressteuergesetzes 2026 ändert keine der hier genannten Grenzen. Lassen Sie Ihr Vorgehen von Ihrer Steuerberatung prüfen.

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Inhalt einer Onboarding-Box von oben: Box, Hoodie, Trinkflasche, Notizbuch, Stift, Stofftasche, Pflanze und Karte.