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Ratgeber

Corporate Fashion einführen: Firmenkleidung, die getragen wird

Corporate Fashion ist Kleidung im Erscheinungsbild eines Unternehmens, die Mitarbeitende bei der Arbeit tragen: vom Poloshirt in der Filiale bis zum Blazer am Empfang. Sie macht ein Team erkennbar und eine Marke sichtbar, wenn sie gut sitzt, zur Arbeit passt und immer in der richtigen Größe nachkommt.

Stand: 4. Oktober 2026 · Redaktion veredel · 5 Min. Lesezeit

Fünf Mitarbeitende in unterschiedlicher, farblich abgestimmter Firmenkleidung mit kleinem Logo unterhalten sich in einem hellen Foyer.
KI-generiertes Bild

Kurz gesagt

Planen Sie Corporate Fashion nach Rollen, nicht nach Produkten. Legen Sie für jede Rolle eine kleine Ausstattung fest, lassen Sie Muster anprobieren, und klären Sie früh Betriebsrat, Kosten und Steuer. Der Großteil der Arbeit beginnt nach der Einführung: neue Mitarbeitende, verschlissene Teile und neue Standorte. Dafür brauchen Sie einen Bestellweg, über den jeder Standort selbst nachbestellt.

Corporate Fashion, Berufskleidung, Schutzkleidung

BegriffWas es istWer bezahlt
Corporate Fashion, Corporate WearKleidung im Corporate Design für den Kontakt mit Kunden und Öffentlichkeit, etwa Polo, Hemd, Blazer, Strickregelt das Unternehmen, oft Arbeitsvertrag oder Betriebsvereinbarung
Arbeitskleidung, BerufskleidungKleidung für die Tätigkeit, etwa Arbeitsjacke, Schürze, Kasack, oft mit Logoregelt das Unternehmen, oft Arbeitsvertrag, Betriebsvereinbarung oder Tarifvertrag
Schutzkleidung (PSA)Kleidung, die vor Gefahren schützt, etwa Warnschutz, Schnittschutz, Sicherheitsschuheder Arbeitgeber, die Kosten darf er nicht auf Beschäftigte abwälzen (§ 3 Abs. 3 ArbSchG)

Diese Seite behandelt Corporate Fashion und Arbeitskleidung ohne Schutzfunktion. Für Schutzkleidung gelten die Gefährdungsbeurteilung und die Vorgaben für persönliche Schutzausrüstung.

In sieben Schritten zur Kollektion

  1. Ziel klären. Soll das Team erkennbar sein, die Marke sichtbar oder beides? Wo wird die Kleidung gesehen: im Laden, beim Kunden, auf Messen?
  2. Rollen festlegen. Verkauf, Service, Lager, Fahrdienst, Empfang, Außendienst brauchen Unterschiedliches. Eine Kollektion mit drei bis fünf Rollen reicht für die meisten Unternehmen.
  3. Ausstattung je Rolle. Wie viele Teile pro Person, für welche Jahreszeit? Bei täglichem Tragen braucht es genug Teile für den Waschrhythmus.
  4. Muster anprobieren lassen. Von Mitarbeitenden aus jeder Rolle, mit verschiedenen Körperformen. Passform entscheidet, ob die Kleidung gerne getragen wird.
  5. Logo und Veredelung festlegen. Stick wirkt hochwertig und hält lange, Druck eignet sich für größere Motive und kleinere Budgets. Ein kleines Logo auf der Brust wird lieber getragen als ein großer Aufdruck.
  6. Erstausstattung bestellen. Größen je Person erheben, gesammelt bestellen, an die Standorte liefern lassen.
  7. Nachbestellung einrichten. Neue Mitarbeitende, Ersatz für verschlissene Teile, neue Standorte. Hier entscheidet sich, ob die Kollektion nach zwei Jahren noch einheitlich aussieht.

Beispiel einer Ausstattung je Rolle

RolleAusstattung je PersonVeredelung
Verkauf im Laden4 Poloshirts, 1 Strickjacke, 1 NamensschildLogo gestickt, Brust links
Service und Montage4 T-Shirts, 2 Arbeitshosen, 1 Softshelljacke, 1 CapLogo gestickt, Rücken gedruckt
Lager und Logistik4 T-Shirts, 1 Sweatjacke, 1 WesteLogo gedruckt
Empfang und Beratung3 Blusen oder Hemden, 1 Blazer oder StrickLogo dezent gestickt
Außendienst3 Poloshirts, 1 SoftshelljackeLogo gestickt

Die Mengen sind ein Beispiel. Sie hängen von Tätigkeit, Waschrhythmus und Arbeitstagen ab.

Eine Filialleiterin packt im Lager eine Lieferung mit einheitlichen Polos aus, zwei Kollegen sehen zu.
Erstausstattung für eine Filiale: Der Händler liefert die Kleidung direkt an den Standort.

Betriebsrat, Kosten und Steuer

  • Betriebsrat. Eine Kleiderordnung betrifft die Ordnung des Betriebs. Gibt es einen Betriebsrat, hat er dabei mitzubestimmen (§ 87 Abs. 1 Nr. 1 BetrVG). Beziehen Sie ihn früh ein, am besten schon bei der Auswahl der Muster.
  • Kosten. Wer bezahlt, regeln Arbeitsvertrag, Betriebsvereinbarung oder Tarifvertrag. Schutzkleidung bezahlt immer der Arbeitgeber.
  • Steuer. Typische Berufskleidung, die privat so gut wie nicht getragen werden kann, ist steuerfrei (§ 3 Nr. 31 EStG). Ein kleines Logo allein macht ein Poloshirt nicht dazu. Kleidung, die auch privat getragen wird, ist in der Regel ein Sachbezug. Mehr dazu im Ratgeber zu Mitarbeitergeschenken und Steuer.

Die eigentliche Arbeit: Nachbestellung an vielen Standorten

Eine Kollektion einzuführen ist ein Projekt. Sie am Leben zu halten ist Alltag: Eine Filiale stellt ein, ein Poloshirt reißt, ein neuer Standort eröffnet. Ohne festen Bestellweg landen diese Wünsche per E-Mail in der Zentrale, die sie sammelt, beim Händler bestellt und weiterverschickt. Nach einiger Zeit tragen Standorte Teile aus drei Kollektionen.

Drei Dinge halten eine Kollektion einheitlich:

  • Ein festes Sortiment. Nur die Teile der Kollektion sind bestellbar, mit festem Logo und fester Veredelung.
  • Bestellung am Standort. Wer einstellt, bestellt, mit Größe je Person.
  • Ein Händler, der nachliefert. Der Händler hält die Kollektion bereit, veredelt nach und liefert an den Standort.

Corporate Fashion mit veredel

In veredel legen Sie Ihre Kollektion mit Ihrem Händler einmal an, je Rolle oder je Standorttyp. Über Sichtbarkeitsgruppen sieht jeder Standort die Teile, die zu ihm gehören. Standorte bestellen selbst, mit Größe je Kleidungsstück, auch als Nachbestellung einer früheren Bestellung. Logo und Veredelung sind je Produkt festgelegt, ein neues Motiv geht erst nach Ihrer Freigabe in Produktion. Ihr Händler liefert an den Standort und stellt direkt in Rechnung.

Häufige Fragen

Was ist Corporate Fashion?
Kleidung im Erscheinungsbild eines Unternehmens, die Mitarbeitende bei der Arbeit tragen, meist mit Logo und in den Farben der Marke. Sie reicht vom Poloshirt bis zum Blazer.
Muss der Arbeitgeber Arbeitskleidung stellen?
Schutzkleidung muss der Arbeitgeber stellen und bezahlen. Für Firmenkleidung ohne Schutzfunktion gibt es keine allgemeine gesetzliche Pflicht. Was gilt, regeln Arbeitsvertrag, Betriebsvereinbarung oder Tarifvertrag.
Darf der Arbeitgeber das Tragen von Firmenkleidung vorschreiben?
Ja, im Rahmen seines Weisungsrechts. Gibt es einen Betriebsrat, bestimmt er bei einer Kleiderordnung mit.
Ist Firmenkleidung mit Logo steuerfrei?
Nur wenn sie typische Berufskleidung ist, die privat so gut wie nicht getragen werden kann. Ein Poloshirt mit kleinem Logo ist das in der Regel nicht.
Stick oder Druck für Firmenkleidung?
Stick für Poloshirts, Hemden, Jacken und Caps, die lange getragen werden. Druck für T-Shirts, große Motive und kleinere Budgets. Mehr im Vergleich von Stick und Druck.
Wie viele Teile braucht eine Person?
Bei täglichem Tragen etwa vier Oberteile, damit eines in der Wäsche sein kann, dazu eine Jacke oder ein Strickteil für die kalte Jahreszeit.

Quellen

Ein Shop für alle Standorte, mit Ihrem Händler.

Wir zeigen Ihnen den Bestellablauf und besprechen Sortiment, Händler und Anbindungen. Die Antwort kommt per E-Mail, einen Termin buchen Sie mit der Anfrage noch nicht.

Eine Filialleiterin packt im Lager eine Lieferung mit einheitlichen Polos aus, zwei Kollegen sehen zu.