Kurz gesagt
Planen Sie Corporate Fashion nach Rollen, nicht nach Produkten. Legen Sie für jede Rolle eine kleine Ausstattung fest, lassen Sie Muster anprobieren, und klären Sie früh Betriebsrat, Kosten und Steuer. Der Großteil der Arbeit beginnt nach der Einführung: neue Mitarbeitende, verschlissene Teile und neue Standorte. Dafür brauchen Sie einen Bestellweg, über den jeder Standort selbst nachbestellt.
Corporate Fashion, Berufskleidung, Schutzkleidung
| Begriff | Was es ist | Wer bezahlt |
|---|---|---|
| Corporate Fashion, Corporate Wear | Kleidung im Corporate Design für den Kontakt mit Kunden und Öffentlichkeit, etwa Polo, Hemd, Blazer, Strick | regelt das Unternehmen, oft Arbeitsvertrag oder Betriebsvereinbarung |
| Arbeitskleidung, Berufskleidung | Kleidung für die Tätigkeit, etwa Arbeitsjacke, Schürze, Kasack, oft mit Logo | regelt das Unternehmen, oft Arbeitsvertrag, Betriebsvereinbarung oder Tarifvertrag |
| Schutzkleidung (PSA) | Kleidung, die vor Gefahren schützt, etwa Warnschutz, Schnittschutz, Sicherheitsschuhe | der Arbeitgeber, die Kosten darf er nicht auf Beschäftigte abwälzen (§ 3 Abs. 3 ArbSchG) |
Diese Seite behandelt Corporate Fashion und Arbeitskleidung ohne Schutzfunktion. Für Schutzkleidung gelten die Gefährdungsbeurteilung und die Vorgaben für persönliche Schutzausrüstung.
In sieben Schritten zur Kollektion
- Ziel klären. Soll das Team erkennbar sein, die Marke sichtbar oder beides? Wo wird die Kleidung gesehen: im Laden, beim Kunden, auf Messen?
- Rollen festlegen. Verkauf, Service, Lager, Fahrdienst, Empfang, Außendienst brauchen Unterschiedliches. Eine Kollektion mit drei bis fünf Rollen reicht für die meisten Unternehmen.
- Ausstattung je Rolle. Wie viele Teile pro Person, für welche Jahreszeit? Bei täglichem Tragen braucht es genug Teile für den Waschrhythmus.
- Muster anprobieren lassen. Von Mitarbeitenden aus jeder Rolle, mit verschiedenen Körperformen. Passform entscheidet, ob die Kleidung gerne getragen wird.
- Logo und Veredelung festlegen. Stick wirkt hochwertig und hält lange, Druck eignet sich für größere Motive und kleinere Budgets. Ein kleines Logo auf der Brust wird lieber getragen als ein großer Aufdruck.
- Erstausstattung bestellen. Größen je Person erheben, gesammelt bestellen, an die Standorte liefern lassen.
- Nachbestellung einrichten. Neue Mitarbeitende, Ersatz für verschlissene Teile, neue Standorte. Hier entscheidet sich, ob die Kollektion nach zwei Jahren noch einheitlich aussieht.
Beispiel einer Ausstattung je Rolle
| Rolle | Ausstattung je Person | Veredelung |
|---|---|---|
| Verkauf im Laden | 4 Poloshirts, 1 Strickjacke, 1 Namensschild | Logo gestickt, Brust links |
| Service und Montage | 4 T-Shirts, 2 Arbeitshosen, 1 Softshelljacke, 1 Cap | Logo gestickt, Rücken gedruckt |
| Lager und Logistik | 4 T-Shirts, 1 Sweatjacke, 1 Weste | Logo gedruckt |
| Empfang und Beratung | 3 Blusen oder Hemden, 1 Blazer oder Strick | Logo dezent gestickt |
| Außendienst | 3 Poloshirts, 1 Softshelljacke | Logo gestickt |
Die Mengen sind ein Beispiel. Sie hängen von Tätigkeit, Waschrhythmus und Arbeitstagen ab.

Betriebsrat, Kosten und Steuer
- Betriebsrat. Eine Kleiderordnung betrifft die Ordnung des Betriebs. Gibt es einen Betriebsrat, hat er dabei mitzubestimmen (§ 87 Abs. 1 Nr. 1 BetrVG). Beziehen Sie ihn früh ein, am besten schon bei der Auswahl der Muster.
- Kosten. Wer bezahlt, regeln Arbeitsvertrag, Betriebsvereinbarung oder Tarifvertrag. Schutzkleidung bezahlt immer der Arbeitgeber.
- Steuer. Typische Berufskleidung, die privat so gut wie nicht getragen werden kann, ist steuerfrei (§ 3 Nr. 31 EStG). Ein kleines Logo allein macht ein Poloshirt nicht dazu. Kleidung, die auch privat getragen wird, ist in der Regel ein Sachbezug. Mehr dazu im Ratgeber zu Mitarbeitergeschenken und Steuer.
Die eigentliche Arbeit: Nachbestellung an vielen Standorten
Eine Kollektion einzuführen ist ein Projekt. Sie am Leben zu halten ist Alltag: Eine Filiale stellt ein, ein Poloshirt reißt, ein neuer Standort eröffnet. Ohne festen Bestellweg landen diese Wünsche per E-Mail in der Zentrale, die sie sammelt, beim Händler bestellt und weiterverschickt. Nach einiger Zeit tragen Standorte Teile aus drei Kollektionen.
Drei Dinge halten eine Kollektion einheitlich:
- Ein festes Sortiment. Nur die Teile der Kollektion sind bestellbar, mit festem Logo und fester Veredelung.
- Bestellung am Standort. Wer einstellt, bestellt, mit Größe je Person.
- Ein Händler, der nachliefert. Der Händler hält die Kollektion bereit, veredelt nach und liefert an den Standort.
Corporate Fashion mit veredel
In veredel legen Sie Ihre Kollektion mit Ihrem Händler einmal an, je Rolle oder je Standorttyp. Über Sichtbarkeitsgruppen sieht jeder Standort die Teile, die zu ihm gehören. Standorte bestellen selbst, mit Größe je Kleidungsstück, auch als Nachbestellung einer früheren Bestellung. Logo und Veredelung sind je Produkt festgelegt, ein neues Motiv geht erst nach Ihrer Freigabe in Produktion. Ihr Händler liefert an den Standort und stellt direkt in Rechnung.
Häufige Fragen
Was ist Corporate Fashion?
Muss der Arbeitgeber Arbeitskleidung stellen?
Darf der Arbeitgeber das Tragen von Firmenkleidung vorschreiben?
Ist Firmenkleidung mit Logo steuerfrei?
Stick oder Druck für Firmenkleidung?
Wie viele Teile braucht eine Person?
Quellen
- § 3 Arbeitsschutzgesetz, Kosten von Arbeitsschutzmaßnahmen: https://www.gesetze-im-internet.de/arbschg/__3.html, abgerufen am 4. Oktober 2026
- § 87 Betriebsverfassungsgesetz, Mitbestimmungsrechte: https://www.gesetze-im-internet.de/betrvg/__87.html, abgerufen am 4. Oktober 2026
- § 3 Nr. 31 Einkommensteuergesetz, typische Berufskleidung: https://www.gesetze-im-internet.de/estg/__3.html, abgerufen am 4. Oktober 2026
- R 3.31 Lohnsteuer-Richtlinien, typische Berufskleidung: https://lsth.bundesfinanzministerium.de/lsth/2026/A-Einkommensteuergesetz/II-Einkommen-2-24b/2-Steuerfreie-Einnahmen-3-3c/Paragraf-3/r-3-31.html, abgerufen am 4. Oktober 2026

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